Burnout Geschichte

Burnout-Geschichte

Burnout Geschichte – Entwicklung und Tendenz

Ist das Burnout-Syndrom ein Phänomen der Neuzeit?

Um die wahren Ursachen des Burnout-Syndroms zu erkennen – denn Prävention kann und wird nur funktionieren, wenn wir uns über die Ursachen im Klaren sind – kommen wir nicht umhin ein wenig in der Zeit zurückzugucken.

Burnout Geschichte

Seitdem wächst das Interesse fortwährend…

Die ersten Publikationen sind also erst etwas mehr als 40 Jahre alt…

Was hat sich innerhalb der letzten Jahrzehnte so sehr verändert, dass immer mehr Menschen ausgebrannt sind und Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung haben?

Burnout-Geschichte

Schauen wir mal weiter.
Das ICD-10 ist die „Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision“.
(International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems)

Dort wird der Burnout wie folgt definiert

  • „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“.

Und noch mal:

Was hat sich innerhalb der letzten Jahrzehnte verändert, dass immer mehr Menschen ausgebrannt sind und Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung haben?

  • War die Lebensbewältigung früher leichter?
  • Hatten unsere Vorfahren weniger Stress?
  • War das Leben unserer Vorfahren sicherer als unser heutiges Leben?

Burnout-Geschichte, fruehere Zeiten

Ich denke NICHT.

  • Früher gab es Hungersnöte und Kriege.
  • Die Menschen waren, in früheren Zeiten, mit dem nackten Überlebenskampf beschäftigt

Wie sieht es heute aus:

  • Deutschland seit über 70 Jahren kriegsfrei
  • Wir haben einen Sozialstaat mit einer Grundabsicherung bei Arbeitslosigkeit, Krankheit etc.
  • Nahrung, ein Dach über dem Kopf, Kleidung etc. stehen jedem zur Verfügung

Ich denke, dass wir einige Stressoren der früheren Zeiten nicht mehr haben…

Also dürfen wir uns fragen, welche Veränderungen uns heute so belasten, dass unsere Körper ausbrennen.

Aber schauen wir uns auch die Tendenz an…

Wie sieht die Burnout-Statistik der letzten Jahre aus?

Studien belegen, dass die Fehlzeiten aufgrund von Burnout und psychischen Störungen immer weiter zunehmen:

„Dabei zeigt sich, dass

  • Burnout-Geschichte, Arbeitsunfaehigkeit, Zahl der Krankschreibungendie Anzahl der Krankschreibungen aufgrund eines Burnout in der Zeit von 2004-2012 um 700%,
  • die Anzahl der betrieblichen Fehltage sogar um fast 1400%
    gestiegen ist.“
  • „Insgesamt setzt sich der Trend fort, dass deutsche Arbeitnehmer immer häufiger aufgrund von psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz fehlen“
  • „Die Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen sind überdurchschnittlich lang…“

und

Burnout…

  • ist nicht mehr nur auf eine Berufsgruppe beschränkt
  • Noch nicht mal mehr auf Berufstätigkeit an sich

Das rein psychologische Paradigma sagt aus:

  • „Burnout entsteht durch emotionale Ursachen wie Stress, Überforderung am Arbeitsplatz, fehlende Work-Life-Bance, Mobbing etc.“

Zum Schluss unserer geschichtlichen Betrachtung können Sie sich einen Überblick über das Maslach Burnout Inventory (MBI) zur Burnout-Diagnostizierung verschaffen.

Das Maslach-Burnout Inventory

Der von Christina Maslach und Susan Jackson entwickelte MBI misst drei Dimensionen vom Burnout-Syndrom:

  • emotionale Erschöpfung,
  • Depersonalisierung (eine neg. distanzierte Einstellung gegenüber Klienten/Patienten)
  • das Gefühl einer reduzierten Leistungsfähigkeit
1. Ich fühle mich durch meine Arbeit emotional erschöpft. Ja Nein
2. Ich fühle mich am Ende eines Arbeitstages verbraucht. Ja Nein
3. Ich fühle mich bereits ermüdet, wenn ich morgens aufstehe und einen neuen Arbeitstag vor mir liegen sehe. Ja Nein

4. Ich kann es leicht verstehen, wie andere Menschen über bestimmte Themen denken.

Nein Ja
5. Ich habe das Gefühl, einige andere Menschen so zu behandeln, als wären sie Objekte. Ja Nein
6. Den ganzen Tag mit Menschen zu arbeiten, strengt mich an. Ja Nein
7. Ich gehe erfolgreich mit den Problemen anderer Menschen um. Nein Ja
8. Ich fühle mich durch meine Arbeit ausgebrannt. Ja Nein

9. Ich habe das Gefühl, durch meine Arbeit das Leben anderer Menschen zu beeinflussen.

Nein Ja
10. Ich bin Menschen gegenüber abgestumpfter geworden, seit ich diese Arbeit ausübe. Ja Nein
11. Ich befürchte, dass mich meine Arbeit weniger mitfühlend macht. Ja Nein
12. Ich fühle mich sehr energiegeladen. Nein Ja
13. Ich fühle mich durch meine Arbeit frustriert. Ja Nein
14. Ich habe das Gefühl, in meinem Beruf zu hart zu arbeiten. Ja Nein
15. Es interessiert mich nicht wirklich, was mit anderen Menschen geschieht. Ja Nein

16. Bei der Arbeit in direktem Kontakt zu Menschen zu stehen, stresst mich zu sehr.

Ja Nein
17. Mir fällt es leicht, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Nein Ja

18. Ich fühle mich angeregt, wenn ich eng mit anderen Menschen zusammengearbeitet habe.

Nein Ja
19. Ich habe viele lohnende Ziele bei meiner Arbeit erreicht. Nein Ja
20. Ich habe das Gefühl, am Ende meiner Weisheit zu sein. Ja Nein
21. Bei meiner Arbeit gehe ich mit emotionalen Problemen gelassen um. Nein Ja

22. Ich habe das Gefühl, dass mir manche Menschen bzw. deren Angehörige für manche ihrer Probleme die Schuld geben.

Ja Nein

Weitere, später entwickelte Fragebögen sind:

  • Burnout-Geschichte, BerufsunfaehigleitTedium-Measure (TM) (dt. Überdruss-Skala)
  • Copenhagen Burnout Inventory (CBI)
  • Hamburger Burnout Inventar (HBI)
  • Oldenburg Burnout Inventar (OLBI)
  • Shirom-Melamed Burnout Measure (SMBM)